4×3=12
Die Erste des Blauen Wunders bezwang heute in einem dramatischen Spiel den TSV Bemerode mit 3:2 und bleibt damit auch im vierten Saisonspiel verlustpunktfrei.
Wieder einmal ließ die Heimmannschaft aus Bemerode trotz besten Wetters und einem knallgrünen A-Platz auf dem gefürchteten Kunstrasenfeld spielen. Entsprechend mau war die Stimmung, als die Wunderelf um Trainer Oliver Rothenburger heute das Geläuf betrat.
Der ungewohnte Untergrund machte den Blauen von Beginn an sichtlich zu schaffen. Und so dauerte es nur 3 Minuten bis die Wunerdefensive einen flachen Steilpass unterschätzte, ein TSV Stürmer frei vor dem Tor auftauchte, auf seinen mitgelaufenen Mitspieler querlegte und dieser zum 1:0 für Bemerode einschob.
Der Fehlstart war perfekt, die Stimmung mäßig und in der Folge unterliefen den Blauen viele einfache Fehler im Aufbauspiel. Die Wunderbaren versuchten, ihr gewohntes Kurzpassspiel aufzuziehen und das Mittelfeld schnell zu überbrücken, verzweifelten dabei aber auf dem schmalen Hartplatz immer wieder – Pässe in den Lauf des Mitspielers landeten entweder beim Gegner oder im Aus. Dennoch kam das Wunder allmählich zu Chancen, deren beste im Verlauf der ersten Hälfte Tim Nolte nach einer Ecke und Sebastian Berk frei vor dem TSV-Keeper ausließen. Doch auch Bemerode spielte weiterhin munter mit. Mit langen Diagonalbällen und Pressing geriet die Wunderdefensive einige Mal in Verlegenheit. Wunderschlussmann Tobi “die Lippe” Tackenberg konnte die Hütte mit einigen guten Aktionen vorerst sauber halten. Ärgerlich aus Wundersicht erschienen in der ersten Hälfte einzelne äußerst fragwürdige Abseitsentscheidungen des Schiedsrichtergespanns, das nicht nur Tim Nolte auf dem Weg zum Toreschießen zurückpfiff, sondern auch den vermeintlichen Ausgleichstreffer Basti Jüstels per Kopf nicht anerkannte. Bis zur Halbzeit erhöhte das Wunder stetig den Druck. Der Ausgleich sollte zwar nicht mehr gelingen, trotzdem schien sich die Mannschaft allmählich besser mit dem Untergrund zurechtzufinden.
Halbzeitpause: Um auch in Hälfte zwei das Fussballspielen weitestgehend zu unterbinden, wurde in der Halbzeit der Kunstrasen derart mit Wasser besprengt, dass sich in der Mitte des Feldes eine 5mal2 Meter lange Fütze bildete, die es ebenso zu beseitigen galt, wie schon vor dem Spiel eine herausstehende Linienstolperfalle. Mit wiederholter Verspätung ging es in Hälfte 2.
Diese begann das Wunder schwungvoll. Mit der Renaissance des Liberos und einem 3er Sturm mehrten sich die Chancen. Defensiv stand man besser und offensiv schien man verstanden zu haben, dass ballästhetische Anspruchsfreiheit die größte Aussicht auf Tore versprach. Die Blauen operierten nun mehr mit diagonalen Bällen, kontrollierten das Mittelfeld und spielten druckvoller in Richtung Strafraum. Bemerode igelte sich indes zusehens in der eigenen Hälfte ein und kam nur noch sporadisch nach vorne. Nur rein wollte die Pille aus Wunderischt immernoch nicht. Vor allem Sebastian Berk verzweifelte zusehens, bevor er schließlich mit einem präzisen Kopfball über den Torwart des TSV hinweg das 1:1 erzielte (64. Spielminute).
Sowohl auf der Bank, als auch auf dem Feld war die Erleichterung spürbar groß. Der Knoten im Spiel der Blauen schien geplatzt zu sein, die Offensivbemühungen hielten an, obwohl wiederum einige fragwürdige Abseitspfiffe klare Torchancen verhinderten. Doch mitten in den Spielfluss der Blauen erschlich sich Bemerode einen Angriff. Einen flachen Ball von der Außenlinie verarbeitete ein TSV-Stürmer im Strafraum des Wunders durchaus gekonnt und netzte aus der Drehung 10 Meter vor dem Kasten sehenswert in die lange Ecke ein (73. Spielminute). Bemerode 2 Wunder 1.
Wieder musste das Wunder einem Rückstand hinterherlaufen. Und es kam noch schlimmer, als der zur Halbzeit eingewechselte “Kanone” Seifert kurz darauf nach einem beherzten Versuch den Ball zu erobern mit der Ampelkarte vom Feld geschickt wurde. Mit 10 Mann, 3 Stürmern und einer Menge Wut ging es in die Schlussviertelstunde, in der das Spiel durch viele Nicklichkeiten, Fouls und Schiedsrichterbeschwerden bestimmt wurde. Unbeirrt machte das Wunder so gut es ging weiter Druck. Nach wie vor ergaben sich Tormöglichkeiten. Innenverteidiger/Libero Basti Jüstel tankte sich irgendwie durch die Defensivreihen des TSV und tauchte vor dem bulligen Schlussmann der Heimmannschaft auf. Jüstel scheiterte zunächst mit einem Schussversuch, konnte dann jedoch den abprallenden Ball mit dem Kopf im Tor unterbringen – 2:2 (82. Spielminute)!
Das Wunder war wieder da, stellte nun aber wieder auf eine defensivere Formation um. Ein Unentschieden in Unterzahl auf einem katastrophalen Platz inkl. dubiosester Schiedsrichterentscheidungen ist kein schlechtes Ergebnis – dachten sich wohl die meisten Beteiligten. Bis auf Gregor von Olnhausen, der in der 89. Minute nach einem eher harmlosen Angriff der Blauen urplötzlich am Sechzehner des TSV auftauchte und den schlecht geklärten Ball mit einem trockenen Flachschuss in die kurze Ecke des überraschten Bemerode Keepers knallte. 3:2 für’s Wunder!
Die letzten Minuten fighteten die Blauen von der Uhr und feierten schließlich einen gegen alle Widrigkeiten hart erkämpften Sieg in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spiel.
Das Wunder gewinnt damit auch das 4. Saisonspiel und setzt sich im Tabellenoberhaus fest. Am Donnerstag treffen die Blauen in der dritten Pokalrunde auf die SG74.
Das Wunder: Tackenberg – Gehrke, Vennemann(Seifert), Jüstel, Freudenberg – Schmidt, Märker(Schwarzenberg), Berk, Wreden – Wohlatz(von Olnhausen), Nolte
Gregor schreibt,
Wenn es noch Assistgeber zu den ersten beiden Toren gibt, bitte melden!
@Micha/Jüstel: euch glaub ich nicht:-)
Linker Läufer im Urlaub schreibt,
Überragend!!!
El Körper schreibt,
Grandios, Glückwunsch! Es freut mich, wenn Mannschaften beastraft werden, die mit allen Mitteln(Kunstrasen&Wasser) versuchen Spiele zu gewinnen wo nicht die fussballerische Qualität entscheidet.
Macht weiter so!!!
der Bullige ;o) schreibt,
Hallo Sportsfreunde vom Blauen Wunder,
vorab…Gratulation zu einem nicht unverdienten Auswärtssieg in Bemerode. Insgesamt habt ihr vorallem nach dem 1-2 wesentlich mehr für den Erfolg getan und seit dafür am Ende auch belohnt worden. Schade nur das euer Spielbericht doch sehr einseitig und zum Teil sachlich einfach falsch ist. Der Kunstrasen beispielsweise ist nicht bewässert worden um das fussballspielen zu unterbinden, sorry wenn ich das so schreibe, aber das ist blödsinn. Ein Kunstrasenplatz DIESER Art MUSS ZWINGEND gewässert werden um die Gesungheit der Spieler zu gewährleisten. Auf zwei drei andere Sachen möchte ich jetzt nicht eingehen, würde zu weit führen und wurde ja zum Teil auch schon direkt nach dem Spiel besprochen….beispielsweise die Anstosszeit 15.15 Uhr.
Unpassend find ich den Beitrag von El Körper, der ja ganz offensichtlich nicht beim Spiel war, NULL Hintergrundinformationen darüber hat und dann solch eine Bewertung über die Mannschaft/den Verein Bemerode macht.
Wie auch schon nach dem Spiel mit einigen eurer Spielern besprochen euch weiter viel Spaß und Erfolg….das sah gestern phasenweise sehr gut aus. Und ich habe in meiner bisherigen Zeit in Bemerode nur GANZ WENIGE Mannschaften gesehen, die sich in so kurzer Zeit auf den Platz ein- und ihr Spielsystem umgestellt haben. Das ist ja auch ein Zeichen von Spielintelligenz.
Sportliche Grüße aus Bemerode schickt der Bullige ;o)
Wie ge
Gregor schreibt,
Hallo Keeper,
ich denke, dass den meisten klar sein wird, dass ein Kunstrasenplatz bewässert werden muss… Bei Betrachtung der Umstände, unter denen das Spiel gestern stattfand (der Kunstrasen, die Verspätung beim Anpfiff, die kaputte Linie, die exorbitante Bewässerung des Mittelkreises in der Halbzeit) drängten sich dennoch gestern einige Fragen bei uns auf, die ich im Bericht zumindest einmal kurz sarkastisch anspielen wollte.
Danke in jedem Fall für dein Feedback & sportliche Grüße.
ps. ich denke nicht, dass ElKörper ganz unrecht hat. Ein kurzer, nasser Kunstrasen hat nunmal mit dem, was wir Woche für Woche im Training unter den Füßen haben nicht viel gemein.
der Bullige schreibt,
JEDE Mannschaft versucht mit allen ihnen zur Verfügung stehenden erlaubten Mitteln ein Spiel für sich zu entscheiden. Deswegen ist es vom “El Körper” unpassend, Bemerode eben diese Vorgehen vorzuwerfen und bestrafen zu wollen. Bemerode hat nun mal einen Kunstrasenplatz, der ist seit Jahren ganzjährig und durchgehend als Spielstätte beim Verband gemeldet und von dort genehmigt.Und zu schreiben, das auf Kunstrasen die fussballerische Qualität der Mannschaft nicht entscheidend ist, ist nun mal totaler Schwachsinn. Wenn IHR nicht so eine gute fussballerische Qualität und eben nicht auch eine gewisse Spielintelligenz gehabt hättet, hättet ihr das Spiel am Sonntag mit Sicherheit nicht für zu euren Gunsten drehen und entscheiden können.
Und abschließend…direkt vor unserem Spiel war bereits ein Spiel…das ist euch sicher nicht entgangen…da gab es keinerlei Beanstandungen, weder vom Gegner noch vom Schiedsrichter. In einer Sache gebe ich dir aber zu 100% recht, das sich an einigen Stellen die Linien lösen ist nicht in Ordnung und muss schnellststens korrigiert werden.
Gregor schreibt,
Soweit ich weiß, wurde das vorherige Spiel mit Verstpätung angepfiffen, weil sich die Gastmannschaft geweigert hatte, auf Kunstrasen zu spielen… dies hatte jedenfalls unter den Zuschauern die Runde gemacht.
Nitram schreibt,
Des Weitern gab es nach dem Spiel eurer zweiten Mannschaft tumultartige Szenen, weil sich die Fortunen benachteiligt fühlten.
Ich kann übrigens auch nicht verstehen, wie Fußballer freiwillig jede zweite Woche auf einem Kunstrasenplatz spielen, wenn sie in 30 Metern Entfernung einen der besten Rasenplätze in Hannover haben.
Sportliche Grüße
8er schreibt,
Auch wenn ich die Diskussion an dieser Stelle für fragwürdig halte, möchte ich auch kurz zum gestrigen Spiel etwas sagen:
Selbstverständlich versucht jede Mannschaft jedes ihr zur Verfügung stehende (sportliche) Mittel auszunutzen, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. Dass dabei auch die eigenen Platzverhältnisse von Vorteil sein können, ist naheliegend. Gleichzeitig ist es, wie die Bemeroder Mannschaft ja auch gestern wiederholt zum Ausdruck gebracht hat, aufgrund der Anmeldung beim Verband völlig legitim auf den Kunstrasen zu gehen. Entsprechend war das Blaue Wunder auch vorher darauf eingestellt (Schuhwerk etc.). Ob dies aber gleichbedeutend als sportlich zu betrachten, ist aus meiner Sicht höchst fraglich – bedenkt man vor allem, dass sich die Bemeroder Mannschaft mittig auf dem Naturrasenplatz warm spielte.
Für die weitere Saison würde ich mir unter dem Gesichtspunkt der Wettbewerbsgerechtigkeit dann aber auch wünschen, dass Bemerode jedes Spiel auf Kunstrasen austrägt. So hätte man zumindest die Gleichheit bei allen anderen 15 Mannschaften der Liga gewahrt.
der Bullige schreibt,
Also ich mit meinen inzwischen über 40 Jahren spiele ja nun eigentlich nur noch in der Ü32 oder Ü40 im Feld mit und habe in meiner bisherigen fussballerischen Laufbahn auf nicht wenigen Sportplätzen spielen müssen. Und ich spiele lieber auf dem Kunstrasen in Bemerode als beispielsweise auf irgendeinem Aschenplatz, dem Kunstrasen in der Clausewitzstraße bei den Roten oder auch nicht wenige sogenannten RASENplätzen in Hannover Stadt. Die Verletzungsgefahr ist auf irgendwelchen ungepflegten Rasenflächen mit Unebenheiten ohne Ende wesentlich größer als auf dem Kunstrasen und auch die jeweiligen fussballerischen Fähig- und Fertigkeiten eines jeden einzelnen können auf dem Kunstrasen weitaus besser genutzt werden als auf diesen Holperwiesen.
Das lockere Aufwärmspielchen wurde auf dem A-Platz gemacht, weil keine andere Fläche zur Verfügung stand. Auf dem B-Platz wurde gespielt und auf der anderen Fläche habt ihr euch aufgewärmt. Bei einem lockeren Ballgeschiebe zum Aufwärmen wird der Platz nicht so beansprucht wie bei einem Pflichtspiel über 90 und mehr Minuten, denke da sind wir uns einig. Und da wir in Bemerode weit mehr Mannschaften im Spielbetrieb als die meisten anderen Vereine in Hannover haben ( bei lediglich zwei Grossfeld-Rasenplätzen ) ist es naheliegend, das eben diese so oft wie möglich geschont werden weil sie eben nicht nur bis zum vierten Spieltag, sondern eine komplette Saison halten müssen.
Ich wage zu behaupten das der Grossteil aller Vereine, sofern er die Möglichkeit dazu hätte, lieber einen Kunstrasenplatz ( wobei mir persönlich da ein REINER Fussballkunstrasen natürlich noch lieber wäre )als irgendeinen Aschen-, Grant- oder runtergekommenden “Rasen”platz hätte, auf dem er ganzjährig und durchgehend den Trainings- und Spielbetrieb seiner Mannschaften gewährleisten könnte.
Es ist jede Saison die gleiche Diskussion. Komischerweise regt sich in der dunklen Jahreszeit keiner darüber auf, das die Bemeroder auf Kunstrasen trainieren müssen ( einziger PLatz mit Licht ) dann bei den Auswärtsspielen aber auf Rasen oder Asche spielen müssen. Da haben dann alle anderen Mannschaften ihren “Vorteil”, aber DAS ist dann ja normal.
Wie dem auch sei, damit soll es das von mir dazu auch gewesen sein.
Der Praesi schreibt,
Hallo Jungs,
ich musste nun schon einige Male auf diesen Kunstrasen spielen! Dieser Platz ist (meines erachtens) ein guter Hockeyplatz, aber mit Fußball hat das wenig zu tun. Der Ball springt wie auf einem Betonplatz. In Barsinghausen oder auch beim HSC kann man von einem Fußballplatz sprechen. Selbst dort ist das Spiel ein anderes, aber der Ball ist noch zu kontrollieren.
Letztes Jahr hatten wir nach dem Spiel 2 Verletzte, die eventuell (oder ziemlich sicher) auch auf das Geläuf zurückzuführen sind. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir die letzten Jahre mal auf Asche gespielt haben, oder auf einen äußerst schlechten Rasenplatz (sodass ich diesen Platz bevorzugen würde).
Wenn man die Statistik vom letzten Jahr anschaut, dann ist ersichtlich, dass Bemerode weitaus mehr Punkte zu Hause geholt hat. Somit kann man hier nicht von einem sportlichen Vergleich sprechen. Ich würde eher von Wettbewerbsverzerrung sprechen (außer alle Mannschaften müssen ein nerviges Wochenende über sich ergehen lassen)!
Ich würde nur auf ein solches Mittel zurückgreifen, wenn ich mit aller Macht den Abstieg vermeiden müsste (wäre auch nicht toll). Dafür habt ihr aber eine zu gute Mannschaft!
Aber … Der Verband gibt den Platz frei und wir müssen wohl alle damit leben.
Schöne Grüße, Der Praesi
Olli schreibt,
Es macht ausserdem überhaupt keinen Bock sich dass anzugucken.Ballwechsel wie beim Tennis mit höchstens 10 sek. bis zur nächsten Unterbrechung.Aber für dieses Jahr haben wir es hinter uns.Also Schisslaveng.
der Bullige schreibt,
Interessante Aussagen hier. Da muss ich doch noch mal was zu sagen.
(Zitat) : Der Praesi schreibt,
… Wenn man die Statistik vom letzten Jahr anschaut, dann ist ersichtlich, dass Bemerode weitaus mehr Punkte zu Hause geholt hat. Somit kann man hier nicht von einem sportlichen Vergleich sprechen. .. (Zitatende)
Ich habe jetzt nur Stichproben gemacht, aber wenn man sich mal die Stastitiken der letzten drei Saisons anschaut, dann hat die Mehrzahl der Mannschaften der oberen Tabellenhälfte mehr Punkte zuhause geholt als auswärts.Und das OHNE Kunstrasen. Desweiteren hat Bemerode in den letzten drei Saisons nicht ALLE Heimspiele auf Kunstrasen ausgetragen sondern hauptsächlich die in der dunklen Jahreszeit. In den anderen Monaten wurde auf normalem Rasen gespielt und auch da wurden ne Menge Punkte geholt.
Chef TSV schreibt,
…eigentlich total sinnlos und absolut unsachlich davon zu sprechen, dass Bemerode zuhause mehr Punkte holt. Das betrifft fast jeden guten Verein, soviel Sachverstand hätte ich jedem von euch zugetraut.
Blaues Wunder wurde am Freitag darüber schriftlich informiert, dass das Spiel wohl auf Kunstrasen stattfindet. Diese Meldepflicht gibt es seit dieser Saison eigentlich gar nicht mehr und der TSV ist so fair und führt diese Meldung sogar noch weiterhin durch. Es schien aber so, als ob euer Verantwortlicher sein Postfach nicht gelehrt hatte und vergaß sein Team darüber zu informieren. Aber nun gut, International sind Kunstrasenplätze normal und auf Kreisebene wird es als unfair eingestuft.
Hätte jeder Verein einen, würde gar nicht diskutiert werden. Das macht die Diskussion so unsinnig und erinnert an eine Polemik-Kampagne der Bild.
Es waren aber auch sehr faire Sportsmänner beim Blauen Wunder die selbst sagten, dass jegliche Diskussion über den Kunstrasen unsinnig sei.
Ich weiß auch gar nicht worüber man sich aufregt; Jeder Verein hat die Möglichkeit sich selbst einen Platz zu bauen, man muss halt nur richtig haushalten oder auch mal etwas dafür sparen bzw. die Mitglieder etwas mehr Beitrag bereit sein zu zahlen.
Das kommt aber bei kleinen Vereinen gar nicht in Frage, sie brauchen gar keinen wetterunabhängigen Platz, denn sie machen ihre Plätze auf Grund der Minderzahl der Mannschaften auch nicht kaputt. Nun stellt man die Mannschaften der SG Blaues Wunder (nämlich 3) mit einem Rasen-Platz (oder sind es zwei?) ins Verhältnis der Mannschaften des TSV Bemerode (nämlich 35) mit drei Plätzen und jeder Mathematikanfänger erkennt, dass die Belastung pro Rasenplatz in Bemerode fast viermal so hoch ist wie beim „Little-Klub“. Ach ja, und in Bemerode gibt es fünf Bezirksmannschaften die dreimal pro Woche trainieren. Und dann kommen noch die Handballer und ca. 400 Leichtathletik-Kinder, die auch irgendwo ihre Fangspiele machen wollen. In Summe bewegen sich in Bemerode pro Woche ca. 700 Fußballer, 400 Leichtathleten, 50 Handballer und 270 Hockeyspieler über diese Plätze. Nicht zu vergessen ist das Hannoversche Sportabzeichen, für welches der TSV seine Sportanlage für alle Hannoveraner zur Verfügung stellt.
Ja, dies alles ist auch etwas Politik, denn die BSA Bemerode ist nur für ca. 20 FuBa-Mannschaften ausgelegt, beherbergt allerdings 35 Teams die größtenteils aus Jugendmannschaften bestehen, denn die Kinder des zur Expo neu gebauten Kronsbergs müssen irgendwie von der Straße geholt werden, das geht mit einfachsten politischen Mitteln nur über die Sportvereine. Aber Achtung; Die ganzen Nachbarklubs, und dazu zähle ich auch diesen hier, machen viel zu wenig Jugendarbeit und rekrutieren zu wenig ehrenamtliche, so dass der TSV im Süden Hannovers vollkommen überlastet und mit Wartelisten arbeiten muss. In Bemerode sind 54 ehrenamtliche Trainer und Betreuer rekrutiert worden, die sich um 700 Fußballer kümmern. Wie hoch beteiligt sich euer Klub am Allgemeinwohl unserer Gesellschaft? Wie viele Jugendteams gehen von euch an den Start? Wie viele Schiedsrichter stellt euer Klub? Wann hat euer Klub mal die Pokalendspiele ausgerichtet? Wo haben eure Mitglieder mit ihren eigenen Händen mal ein Klubhaus aufgebaut? An welchen Stadtteilfesten helfen denn eure Ehrenamtlichen bei der Organisation und Durchführung?
Leute, ihr sitzt auf einem löchrigen Paddelboot ohne Paddel und kritisiert ein Schiff.
Sportvereine sollten sich etwas mehr am sozialen Netzwerk beteiligen als sich ausschließlich um sich selbst zu kümmern weil sie egoistisch einfach nur für sich spielen wollen.
Wenn sich in eurem Klub mal ein paar mehr couragierte Menschen aktivieren würden und mal 10 Jugendmannschaften betreuen und aufbauen würden, müsste der TSV nicht noch Kinder aus der Südstadt aufnehmen und die Plätze mit einer vielfach überhöhten Belastung quälen. Auch der TSV stand noch vor 12 Jahren mit nur 12 Mannschaften da. Wer was gemeinnütziges machen will, schafft es auch. Man muss nur intelligente Leute mit Ausdauer und Zielen ans Werk setzen und davon muss es bei euch eigentlich genügend geben.
Aber leider gibt es zu viele kleine Klubs, die einfach nur ihr Ding machen und sich der sozialen Verantwortung entziehen und lieber darüber meckern, dass es Vereine gibt die es sich wirklich trauen, ihre Gäste über einen 1.500,000 DM teuren Kunstrasen zu scheuchen. Schande über den TSV…wers glaubt.
Um es auch hier mal zu erwähnen, die Mannschaften des TSV können gar nichts dafür, dass sie dort spielen sollen. Sie werden aber jedes Mal beleidigt, provoziert und mit sehr unsachlichen Argumenten konfrontiert. Bei einigen anderen Mannschaften ist das nachvollziehbar, von euch haben wir solch gedankenlose Kommentare nicht erwartet.
Oftmals steckt ein ausgeklügelter Plan hinter den Ansetzungen, nämlich in welcher Woche ist die Belastung wie hoch und welche Mannschaften machen theoretisch wie viel kaputt. Alles mit Sinn und Verstand!
Ich wünsche alles Gute, die drei Punkte hattet ihr euch in einem sensationellen Kreisliga-Spiel erkämpft!
8er schreibt,
Lieber Chef TSV,
es bleibt dabei, eine solch mittlerweile weitgreifende Diskussionen in dem kleinen Forum des “Little-Vereins” zu führen, ist völlig überzogen.
Dass was der Verein TSV Bemerode für die Jugend der Stadt Hannover unternimmt, hat Seltenheitswert und ist sicherlich höchst bemerkenswert und wurde auch in keiner einzigen Bemerkung eines Fans bzw. Vertreters der SG Blaues Wunder in Abrede gestellt. Dennoch muss ich in aller Höflichkeit einigen deiner vorgetragenen Punkte widersprechen. Bedenkt man, dass das Blaue Wunder ganze 22 Jahre jung ist und mittlerweile 6 Mannschaften besitzt, ist das ebenso aller ehren Wert. Vergleiche zu einem Stadtteilverien wie dem TSV Bemerode verbieten sich ohnehin aus meiner Sicht, da bei uns eben kein eigener Stadtteil hinter dem Verein steht, worüber Jugendspieler automatisch akquiriert werden. Insofern stellt sich der Verein SG Blaues Wunder ebenso seiner sozialen Verantwortung.
Letztlich sollte es ohnehin viel lieber bei der “schlichten” Diskussion bleiben, inwieweit es sportlich ist, Ende August, also eben nicht in der dunklen Jahreszeit, ein Saisonspiel auf einem wirklich nicht gerade exzellenten Kunst(rasen)platz auszutragen, während der Rasenplatz offenbar bespielbar ist. Hierzu ist m.E. auch von beiden Seiten mittlerweile alles gesagt.
Abschließend möchte ich an dieser Stelle nur noch anmerken, dass ich zumindest hinterfrage, ob eine Spielaustragung auf dem freien Rasenplatz tatsächlich – so wie unterstellt – wesentliche negative Auswirkungen für die Bespielbarkeit dieses Platzes für die restliche Saison, auch bei 35 Vereinsmannschaften, gehabt hätte. Letztlich ist dies aber theoretisch und aus unserer Sicht auch ohne Bedeutung, da es uns eben gelungen ist, in einem intensiven Spiel die drei Punkte mit in die Südstadt zu nehmen.
Sportliche Grüße,
Michael Wohlatz
Olli schreibt,
Mehr Spaß machts trotzdem immer noch nicht. ;OD
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