Niederlage beim Mitkonkurrenten

Veröffentlich von Basti Jüstel am 29. November 2009 unter 1. Herren | 5 Kommentare zu lesen

Mit einem schlechten Spiel beim SV Ahlem hat sich das Blaue Wunder das Leben selbst schwer gemacht und steht jetzt auf einem direkten Abstiegsplatz. 5:0 ging das Spiel verloren.

Bereits nach 17 Minuten stand es 2:0 für die Gastgeber. Beide Male waren Einladung der Wunderdefensive vorausgegangen. Einmal wurde der spätere Torschütze einfach nicht attackiert, beim zweiten Tor folgte Stellungsfehler auf tölpelhaftes Zweikampfverhalten. Dadurch geschockt gelang dem Team um Olli Rothenburger nicht viel und Ahlem war vermutlich selbst überrascht über die Leichtigkeit Zweikämpfe zu gewinnen und Tore zu schießen. Jedenfalls passierte bis zum Halbzeitpfiff nichts mehr.

Gleich zu Beginn der zweiten machte Ahlem das dritte Tor, das die Vorsätze des Blauen Wunders komplett über den Haufen warf (50.). Ein Schuss aus 16 Metern  ging ins Tor, nachdem vorher nicht gut geklärt werden konnte. Erst jetzt konnte sich das Wunder Chancen erspielen, die jedoch nicht das Ziel trafen. Kanone Seifert köpfte einmal am Tor vorbei (51.) und schoss einmal knapp daneben (65.).

Durch die nun sehr offensive Spielweise ergaben sich naturgemäß Chancen für die Gastgeber, die jedoch erst in der 80. Minute wieder in Tore umgemünzt werden konnte. Bezeichnenderweise war es ein Wunderverteidiger, der die flache Hereingabe ins eigene Gehäuse bugsierte. Das 5:0 per Elfmeter war nur noch wichtig für Statistiker. Warum allerdings sich die bis dahin faire Atmosphäre noch in eine hitzige umwandelte, kann hier nicht abschließend geklärt werden. Unzufriedenheit über das Ergebnis seitens der Gastgeber kann es nicht gewesen, weshalb andere Gründe zu suchen sind…

Blaues Wunder

Hasse – Schmidt M. (70. Müller), Schmidt T., Wohlatz, Wiemer – Kern (69. Pleße), Möller, Bornemann – Soltani, Seifert, Meyer (89.Seubert)

Gelb:

Seifert, Wohlatz, Bornemann, Schmidt M.

Tore:

1:0 nach unbehelligten Alleinlauf und freiem Schuss (15.)

2:0 nach Stellungsfehler (17.)

3:0 Schuss aus 16m (50.)

4:0 Eigentor nach Hereingabe von rechts (80.)

5:0 Elfmeter (90.)

  • Holger Hasse schreibt,

    Liebe Wunderaner Mannschaft.

    So eine desolate Truppe habe ich selten gesehen.
    Beim ersten Tor muss der Stürmer vom Verteidiger nach außen gedrängt werden, und der Torwart -lieber Philipp- darf nicht so weit vor seinem Gehäuse stehen.
    Das 2. und 3. Tor war für Dich nicht zu halten, aber diese komplett unbewegliche Abwehr hat es Dir auch nicht leicht gemacht.
    Ein überhaupt nicht vorhandenes Mittelfeld macht es den nicht anspielbereiten Stürmern noch zusätzlich schwer.
    Man spricht im Fussball immer von Arbeitsverweigerung. Ich glaube ich habe gestern so eine Einstellung gesehen.
    Die Ahlemer-Spieler waren in allen Belangen bissiger und überlegen. Da seid Ihr mit 5 Toren noch gut bedient.
    Ich bin kurz nach dem “wunderschönen” 3:0 gegangen, weil ich nicht nur auf eine Feier mußte.
    Es war nach dem 2:0 schon klar, dass es nur um die Höhe der Niederlage geht.
    Fazit für mich: Leute so eine Einstellung zum schönsten Sport der Welt darf nicht wieder vorkommen!!!
    Ihr spiet mit Euren jungen Jahren in der Bezirksliga! Das ist nicht nur eine Herausforderung sondern auch eine “Bringeschuld” an die beiden mitgereisten Fans, die immerhin 5 Euro (für jedes Tor 1 Euro) berappen mußten.
    Immerhin: Glühwein, Kaffee, Bratwurst waren bezirksligareif.
    Und Philipp … bitte spiele hohe Bälle nach vorn, damit Du den Ball wenigstens ein paar Sekunden von Deinem Tor fernhälst.
    grün-weiß-schwarze Grüße
    Holger Hasse

  • Capitano schreibt,

    Lieber Herr Hasse,

    dass das gestrige Spiel eine nicht auszumalende Katastrophe darstellte, will keiner von uns bestreiten. Dass wir gestern in allen Mannschaftsteilen unseren Gegensspieler stets klar unterlegen waren, ebenfalls nicht. Sie können sich gewiss sein, dass jeder Spieler ähnlich verärgert ist über diese Leistung wie Sie dies als Zuschauer sind.

    Meiner Mannschaft aber fehlende Einstellung vorzuwerfen, lasse ich nicht zu. Gestern lag es mit Sicherheit nicht am fehlenden Willen, sondern schlicht an einer unterirdischen Leistung!

    Darüber hinaus das gestrige Spiel als Anlass für eine Generalkritik zu nehmen, kann ich ebenso wenig unkommentiert stehenlassen. Seit dem Havelse-Spiel waren sämtliche Leistungen ordentlich. Entweder konnten wir punkten oder hatten gegen eine Spitzenmannschaft wie Engelbostel das (Schiedsrichter-)Glück nicht auf unserer Seite. Dass wir zwischendurch verdient mit 4:0 beim Spitzenreiter verloren haben, ist nun mal unserer Leistungsstärke geschuldet.

    Ungeachtet dessen, kann ich Ihren Ärger natürlich verstehen und bewundere Ihre Ausdauer, sich immer wieder am Wochenende für uns Zeit zu nehmen und uns anzufeuern. Sollten Sie am kommenden Wochenende wieder bei uns vorbeischauen, werden Sie wieder die Wundermannschaft sehen, die Sie (hoffentlich) lieben gelernt haben.

    Respektvolle Grüße,

    Michael Wohlatz

  • Holger Hasse schreibt,

    Hallo Herr Wohlatz,

    eine Generalkritik kann das nicht gewesen sein, weil ich nur dieses Spiel “bewertet” habe.
    Da ich selbst mal auf der Ebene gespielt habe, weiß ich was Einstellung zum Fußball bedeutet, glauben Sie mir.
    Ich denke, dass solche Worte auch nötig sind, damit man nicht alles mit Schiedsrichterleistungen, Spitzenmannschaften, oder Glück erklärt.
    Grundsätzlich sehe ich nicht viele Spiele vom Blauen Wunder. Da mein Sohn aber im Tor steht, versuche ich schon das ein oder andere Spiel zu sehen.
    Das gestrige Spiel hat doch gezeigt, dass man nicht dagegengehalten hat.
    Intensiv ist die Mannschaft nach dem 0:2 eingebrochen.
    Und das war schon ziemlich früh.
    Aber egal, die Punkte sind in Ahlem.
    Ich hoffe für die Mannschaft, daß sie die nötigen Punkte gegen den Abstieg noch holt, und dazu ist nun leider mal mehr als nur Glück erforderlich.

    Grün-Weiß-Schwarze Grüße
    Holger Hasse

  • Capitano schreibt,

    Lieber Herr Hasse,

    sicherlich ließe sich noch viel über das gestrige Spiel diskutieren. Es macht allerdings wenig Sinn, dieses jetzt an dieser Stelle fortzuführen.

    Im Übrigen gebe ich Ihnen recht, dass weder Glück noch Schiedesrichterleistungen am Ende über unseren Nichtabstieg entscheiden werden. Diesen werden wir uns allein aufgrund unserer Leistungen verdienen.

    Dass im Hinblick auf das gestrige Spiel sowohl seitens der Trainer als auch innerhalb der Mannschaft noch klare Worte folgen werden, versteht sich ebenso.

    Als Kapitän der Mannschaft hoffe ich im Übrigen darauf, sowohl Ihnen als auch unseren übrigen Zuschauern in den kommenden Spielen zeigen zu können, dass es beim Blauen Wunder nicht an Einsatzwillen mangelt.

    In diesem Sinne,

    Michael Wohlatz

  • einstillerbeobachter schreibt,

    Lobenswert: Der erste Schritt zu einer besseren Leistung ist immer die, erbrachte bzw. nicht erbrachte zu reflektieren. Das hat der Kapitän gemacht, nichts anderes war von ihm zu erwarten.

    Nun hoffe ich, dass die Elf es auch gegen Anderten umsetzen kann. Die Jungs können Fußball spielen und sie können kämpfen – nur sind noch zuviele sensible Fußball-Charaktere in der Mannschaft. Neben dem Platz dürft ihr alle lieb , freundlich, einfach nette Menschen sein – nur auf dem Grün müsst ihr auch mal Schwein sein. Hört sich abgedroschen an, ist es aber nicht. Im Abstiegskampf entscheiden gewonnene Zweikämpfe über Sieg und Niederlage – das sollte jedem bewusst sein.

    P.S. Und Herr Hasse, ein hoch und unpräzise weggeschossener Ball ist im Übrigen kein Gewähr, dass die Pille nicht wieder flott im Gefahrenbereich ihres Sohnes landet. Insgesamt halte ich ihre Aussage zum Spiel als zutreffend – zumindest beruhend auf den Erzählungen aller Beteiligten.

    Noch ein letzter Satz zum Torwartspiel: Ein Torwart spielt im modernen Fußball offensiv mit, steht oft weit vor seinem Gehäuse. Fehlverhalten seiner Vorderleute kann er dann teilweise (wie beim ersten Gegentreffer) nicht mehr kompensieren, bereinigt durch sein offensives Verhalten oft aber manch andere brenzlige Situation und schiebt zudem seine Vorderleute hinten raus, macht dadurch den Spielraum des Gegners eng. Also, den Schwarzen Peter nach hinten durchzugeben, klappt nicht immer.

    Marko

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