Ein Interview mit dem Trainer
Olli Rothenburger ist Trainer der Ersten Mannschaft der SG Blaues Wunder. Die Hinrunde blieb unter den Erwartungen, zur Rückrunde hat sich einiges verändert. Wir sprechen mit dem Trainer über Rückblicke, Ausblicke, Neue und Saisonziele.
Jüstel: Olli, bevor wir nach vorne gucken, blicken wir zurück. Platz 10 in der Tabelle als Bezirksligaabsteiger. Wie unzufrieden bist du? Gibt es Druck von aus der Führungsetage?
Olli:
Die halbe Führungsetage stand ja mit auf dem Platz und hat seinen Teil dazu beigetragen! Die Platzierung entspricht bei weitem nicht den Zielen,die wir uns gesetzt haben, daher bin ich mit dem Verlauf der bisherigen Saison sehr unzufrieden. Die Erwartungen konnten Ich und die Mannschaft nicht erfüllen, daher bleibt ein gewisser Druck nicht aus, der aber eher selbstgemacht ist. Wir haben die Schuhe ausgezogen, bevor wir am Fluß waren.
Jüstel: In der Winterpause hat sich einiges getan. Der Co-Trainer hat den Verein gewechselt. Wieso? Und hast Du einen Ersatz oder besser wie geht es weiter in der Rückrunde?
Olli:
Es ist sehr schade, dass Benna gegangen ist. Er hinterlässt sowohl menschlich als auch fachlich eine große Lücke, die nicht so leicht zu füllen sein wird. Es ist für ihn eine neue, reizvolle Herausforderung, Döhren in der Bezirksliga zu trainieren. Die Lehrjahre beim Wunder sind vorbei und nun muss er auf die Walz oder wie das heißt. Nach 2,5 Jahren wird es auch für Godzilla irgendwann langweilig ständig gegen Japan zu kämpfen.Die Zeit war einfach gekommen auch mal Taiwan platt zu machen.Ich wünsche Benjamin viel Erfolg bei seiner neuen Aufgabe. Wir werden trotzdem in der Rückrunde nochmal alles reinlegen, was wir haben. Die Wundertugenden wie Siegeswillen, hohe Laufbereitschaft,Zweikampfhärte und kratzen,beißen,spucken (im übertragenem Sinn) werden im Vordergrund stehen. Wenn am Wochenende auf dem Spielplan SG Blaues Wunder steht, dann wird der Angstschweiß der Kreisligisten schon am Dienstag bis zur Poporitze herunterlaufen.
Jüstel: Aber es gibt nicht nur Abgänge zu verzeichnen. Mit Michael Wohlatz kommt nach einem halben Jahr Gastspiel in Engelbostel/Schulenburg ein alter Bekannter zurück an den Bischofsholer Damm. Eine Verstärkung?
Olli:
Micha ist Kopfballstark, bringt Tempo ins Spiel, ist Schussgewaltig und hat Erfahrung aus sieben Jahren Tibet. Man kann sagen, eine Mischung aus Roberto Carlos,Heinrich Harrer und Enzo Scifo. Er wird uns mit seiner Spielintelligenz, Disziplin und Mentalität weiterhelfen. Er ist immer bereit alles für das Team zu geben, hat Führungsqualitäten und denkt bereits wie ein Trainer. Er hat das Spiel verstanden und wird speziell den jungen Spielern helfen sich an das rauhe Klima in der Kreisliga zu gewöhnen. Er geht dahin, wo es wehtut und ist daher immer Vorbild für eine Mannschaft. Ich erinnere mich noch gut, als er sich gegen die TB Stöcken (Wasserball) immer wieder in die Fluten stürtzte, obwohl das Spiel bereits aussichtslos verloren schien und er sich mit letzter Kraft zum Beckenrand schleppte.Da stand uns Allen die Tränen in den Augen… Ich freue mich sehr über seine Entscheidung zum Wunder zurückzukehren.
Jüstel: Die Vorbereitung ist fast vorbei. Die Wetterbedingungen sind besser als vor einem Jahr. Bist Du zufrieden mit dem derzeitigen Stand der Vorbereitung? Ende der Woche steht das erste Spiel an…
Olli:
Mit einem Teil der Mannschaft bin ich sehr zufrieden, dieser Kern wird topfit in die Saison gehen und unser aggressives Spiel durchziehen können. Der Eine oder Andere hingegen ist Physisch defizitär,schon im aeroben Bereich zur übermäßigen Laktatbildung neigend und taktisch Edukationsresistent. Die Mitochondrien arbeiten nur im unteren Bereich der Skala und die Kreatinphosphatspeicher sind nach anaeroben Belastungsreizen nur suboptimal in ihrer Reconciliatio. In diesen Bereichen erwartet uns noch eine Menge Arbeit. Nichts desto Trotz ist die Stimmung gut und die Spieler zeigen sich Leistungsbereit. Der erste Gegner kann kommen und wird sein Blaues Wunder erleben. (lacht)
Jüstel: Was kann die Mannschaft noch erreichen?
Olli:
Die Laudatio ist noch nicht gelesen. Wir schauen von Woche zu Woche. Unabhängig vom Mitbewerber wollen wir unseren Stiefel spielen. Taktisch diszipliniert, laufstark mit guter Ordnung und effizienter Ballzirkulation. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen, getreu diesem Motto wollen wir so viele Punkte wie möglich sammeln und für die eine oder andere Überraschung sorgen. Die “Wundertüte”(lacht) sind wir. Wir können Jeden schlagen, aber auch gegen vermeintlich weniger gute Teams verlieren. Ich hoffe, dass wir zur alter Stärke zurück finden und wieder mehr im Kollektiv agieren. Wenn die Automatismen greifen, das Ego gegenüber dem Team zurückgestellt wird, ist mit dieser Manschaft außergewöhnliches möglich. Wir haben Spieler in unseren Reihen, die durch hervorragende Fähigkeiten bestechen können, doch ohne das Team ist der Einzelne nichts. Wenn wir alles investieren können wir uns am Ende der Saison zurücklehnen, Opus gerere genießen und sagen:” Veni, Vidi, Vici”.Ich wünsche meiner Mannschaft und mir für die verbleibenden Spiele viel Erfolg, einhergehend mit viel Spaß am Fußballsport in unserem schönen Verein.
Benna schreibt,
Selten so gelacht. Gut gemacht Ihr beiden..
Gruß der Ex-Co
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